Malariaprophylaxe auf Reisen: Was die Fachgesellschaft empfiehlt

Zwei Strategien, je nach Reiseziel
Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG) veröffentlicht jährlich aktualisierte Länderempfehlungen zur Malariaprophylaxe. Grundsätzlich unterscheiden sich zwei Strategien, abhängig vom tatsächlichen Übertragungsrisiko am Reiseziel.
Regelmäßige Chemoprophylaxe
Für Reisen in Gebiete mit hohem Übertragungspotenzial — insbesondere Subsahara-Afrika, sowie einzelne Regionen in Ozeanien und Südamerika — wird in der Regel eine regelmäßige medikamentöse Prophylaxe empfohlen. Sie senkt das Erkrankungsrisiko deutlich, muss aber bereits vor, während und nach der Reise eingenommen werden.
Notfall-Selbstbehandlung ("Stand-by")
In Gebieten mit niedrigem oder mittlerem Malariarisiko, in denen keine regelmäßige Prophylaxe erfolgt, wird stattdessen oft empfohlen, ein Medikament in therapeutischer Dosis für die Notfall-Selbstbehandlung mitzuführen — für den Fall malariaverdächtiger Symptome, wenn keine zeitnahe ärztliche Hilfe erreichbar ist.
Warum die Länderauswahl entscheidend ist
Welche Strategie und welches Medikament passen, hängt vom konkreten Reiseziel, der Reisedauer, Resistenzlagen vor Ort und individuellen Faktoren (Vorerkrankungen, andere Medikamente, Schwangerschaft) ab. Die DTG aktualisiert ihre länderspezifischen Empfehlungen regelmäßig auf Basis aktueller epidemiologischer Daten.
Wichtig: Diese Übersicht ersetzt keine reisemedizinische Beratung für die konkrete Reise — insbesondere die Wahl des passenden Medikaments sollte individuell abgeklärt werden.


