Neue Leitlinie zur Hormonersatztherapie in den Wechseljahren

Was neu ist
Die S3-Leitlinie "Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen" wurde aktualisiert und auf der Seite der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) veröffentlicht. Sie bewertet den Nutzen und die Risiken einer Hormonersatztherapie (HRT) neu.
Kernaussage: HRT soll aktiver angeboten werden
Frauen mit starken Hitzewallungen und Schweißausbrüchen soll eine Hormonersatztherapie künftig aktiver angeboten werden — nicht erst als letzte Option. Auch gegen Knochenschwund (Osteoporose) kann eine HRT unterstützend wirken.
Wie die Leitlinie das Krebsrisiko einordnet
Das individuelle Risiko, durch eine Hormonersatztherapie an Krebs zu erkranken, schätzen die Autor:innen der Leitlinie als gering ein. Eine wichtige Ausnahme bleibt bestehen: Frauen, die bereits an Brustkrebs erkrankt waren, sollen in der Regel keine Hormonersatztherapie erhalten. Wenn Beschwerden den Alltag stark einschränken und nicht-hormonelle Ansätze nicht helfen, kann eine Hormonbehandlung im Einzelfall dennoch gemeinsam mit der behandelnden Ärztin besprochen werden.
Gleichrangig neben Alternativen
Die Leitlinie stellt klar: Eine Hormontherapie soll Frauen genauso selbstverständlich angeboten werden wie nicht-hormonelle Behandlungsansätze — als eine von mehreren gleichwertigen Optionen, nicht als Sonderfall.
Wichtig: Ob eine HRT im Einzelfall passt, hängt von der persönlichen Vorgeschichte ab und sollte immer ärztlich abgeklärt werden.
Quelle: Krebsinformationsdienst (DKFZ) — Wechseljahre und Hormontherapie: Leitlinie für Ärzte veröffentlicht


